|
Verein für Waldorf- Am Bahnhof 2 |
|
Freie Waldorfschule
Brückenstraße 33–35
Alter Bahnhof:
Klassenhaus |
| E-Mail an die Waldorfschule Werra-Meißner Besuchen Sie auch den Waldorfkindergarten Eschwege |
||
Klassenspiel:
Don Gil von den grünen Hosen (Tirso de Molina)
Fotos: S.Asef
Gabriel Téllez wurde wahrscheinlich im Jahr 1585 in Madrid geboren, und obwohl er im späteren Verlauf seines Lebens rund 400 Schriften verfasste, weiß man über seine näheren Lebensumstände nicht allzu viel. Im Jahr 1613 trat er in Toledo dem Orden der Barmherzigen Brüder bei, und 1645 wurde er zum Prior des Klosters Soria, in dem er 1648 angeblich auch starb.
Unter dem Pseudonym Tirso de Molina gilt Téllez als einer der bedeutenden spanischen Dramatiker, allerdings ist nur ein kleinerer Teil seines Werks erhalten. Vor allem religiöse und weltliche Schauspiele stammen aus seiner Feder, und viele der letztgenannten haben komödienhafte Züge – so auch das Stück Don Gil von den grünen Hosen, das als Vorlage für das diesjährige Achtklassspiel dient. Uraufgeführt wurde das Stück wahrscheinlich 1635, aber es soll schon einige Jahre zuvor entstanden sein.
Die erzählte Geschichte hat vieles von den typischen Stoffen der damaligen Zeit, aber auch einen ganz eigenen Charme. Der junge Ramon de Guzman entstammt einer edlen Familie, aber sein Vater steht unmittelbar vor dem Ruin. Deshalb strebt er für seinen Sohn eine vorteilhafte Vermählung an und zwingt ihn, in Madrid um die vermeintlich reiche Ines Mendoza zu werben. Ramon aber ist mit Juana verlobt, die ihrem Geliebten hinterherreist, um die Eheschließung zu verhindern. Dazu tritt sie in der Rolle des Don Gil auf, der Ines' Vater als Brautwerber angekündigt ist. Auf die Idee, die eigene Identität zu verschleiern, um wieder ein bisschen Ordnung in die Irrungen und Wirrungen zu bringen, die aus dieser Situation entstehen, kommen indes noch andere. So wimmelt es im weiteren Verlauf des Geschehens zeitweilig geradezu vor Don Gils in grünen Hosen, und mehr als eine Beziehung droht, in die Brüche zu gehen. Am Ende aber lösen sich dennoch, wie in einer Komödie üblich, alle Konflikte zum Guten.

Juana (Eva Geißler) kommt mit ihrem Diener Francisco (Simon Kleinert) in Madrid an. Sie hat Männerkleidung angelegt und gibt sich als Don Gil aus. Unter diesem Namen soll ihr Verlobter Don Ramon in Madrid um die vermeintlich reiche Ines de Mendoza werben, um seinen Vater mit einer reichen Heirat vor dem drohenden Ruin zu retten. Das will Juana natürlich verhindern.
Nachdem Juana Francisco fortgeschickt hat, um vor der Stadt ein Quartier zu besorgen und dort auf sie zu warten, nimmt sie den ortskundigen Caramanchel (Konstantin Volkmann) als neuen Diener.
In der Zwischenzeit ist auch Ramon (Christoph Albrado, Mitte) in Begleitung seines Haushofmeisters Osorio (Felix Steinbock, links) in Madrid eingetroffen, um sich mit einem Empfehlungsschreiben seines Vaters dessen altem Freund Don Pedro de Mendoza vorzustellen. Ein Diener (Lukas Kuhl) empfängt sie im Haus von Ines' Vater.
Am gleichen Abend trifft Juana in der Rolle des Don Gil auf Ines (Esther Marie Asef, rechts) und ihre Base Clara (Samira Waldeck), die auf Anhieb beide von dem hübschen jungen Mann bezaubert sind und flugs anfangen, Ehepläne zu schmieden.
Don Ramon und Don Pedro (Anselm Pobering) treffen ebenfalls im Park ein, und Ramon ist nicht wenig verwundert, von der Existenz eines zweiten Don Gil zu erfahren, der anscheinend schon das Herz "seiner" Ines erobert hat.
Wieder in Frauenkleidern, aber nach wie vor unter falschem Namen, schließt Juana als Juliana mit Ines Freundschaft und klärt sie – nicht ganz ehrlich – über den "falschen Don Gil" Ramon auf.
Auch Don Alfonso (Louis Baumgart), der Ines verehrt, stellt Ramon zur Rede. Der solle von seinem Werben ablassen oder müsse sich zum Duell stellen.
Ines präsentiert "den echten Don Gil" ihrem Vater, der daraufhin beschließt, dem "betrogenen Betrüger" Ramon zur Rechenschaft zu ziehen. Der hat in der Zwischenzeit nur noch Pech, denn er hat auch noch eine Geldanweisung seines Vaters verloren, die Caramanchel und Juana in die Hände gefallen und von Francisco eingelöst worden ist.
Als Juana in der Rolle des Don Gil allerdings auch noch Base Clara umschmeichelt, wird es Ines zu viel. Es kommt zum Streit, und endlich gesteht Juana wenigstens der neuen Freundin gegenüber die ganze Wahrheit.
Andere Getäuschte hoffen indessen auf die Hilfe des Advokaten Don Fabio (Nico Kersberg, links), der aber ebenso wie sein Schreiber (Laura Gilles) selbst noch im Dunkeln tappt.
Zur großen Auseinandersetzung kommt es, als im Park gleich vier in grüne Hosen gekleidete angebliche Don Gils aufeinander treffen: Juana gegen Clara und Caramanchel gegen Alfonso kreuzen jetzt die Klingen. Erst als Alfonso verwundet zu Boden geht, endet der Streit, und die Dinge beginnen, sich zum Guten zu wenden.

Endlich setzt sich die Wahrheit durch: Juanas Vater Don Diego (Anton Rogge, rechts), der mit einem Alguacile (Danny Gries) vor Ort erschienen ist, um Don Gil/Ramon als Heiratsschwindler verhaften zu lassen, wird ebenso aufgeklärt wie ...
... Claras Mutter, Doña Antonia Espinosa (Lale Cornarius, rechts), die ähnliche Absichten hegt und sich gleichfalls der Hilfe eines Alguaciles (Maximilian Stück) versichert hat.

