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Fenster zum Himmel
Eine Projektarbeit im evangelischen Religionsunterricht
der 10. bis 12. Klasse
Im Spätsommer/Herbst 2011 beschäftigen sich die 10. und die 11./12. Klasse der Freien Waldorfschule Werra-Meißner mit einem breit angelegten Projekt unter dem Titel Fenster zum Himmel. Der Name lehnt sich an die gleichnamige Ausstellung des Künstlers Fritz Krotz in der Marktkirche in Eschwege an, deren Besuch durch die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig den Ankerpunkt für die eigene Behandlung des Themas bildet.
Fritz Krotz wurde 1945 in Wien geboren, ist in Klagenfurt aufgewachsen und hatte dort auch Mal- und Zeichenunterricht, unter anderem bei Professor Loisel. Es folgten ein Theologiestudium und wissenschaftliche Arbeit an den Universitäten Marburg und Göttingen, anschließend Beschäftigungen als Studienleiter, Dekan und Pfarrer in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Seit 2010 ist Professor Dr. Krotz im Ruhestand, schon seit 15 Jahren beschäftigt er sich wieder intensiv mit der Malerei und hat bisher schon in Kassel, Hessisch-Lichtenau und Gudensberg ausgestellt.
Zur Ausstellung in Eschwege äußert sich Professor Krotz folgendermaßen:

Ich habe immer gemalt und dabei gedacht, dass es doch unmöglich ist, sich mit dem Vorfindlichen in dieser Welt abzufinden. Seit meiner Kindheit. Nur lagen damals meine Vorstellungen von einem Land der Verheißung und von den Verheißungen des Malens weit auseinander. Vom Land der Verheißung erzählt die Bibel. Um das zu verstehen, habe ich Theologie studiert. Doch lange habe ich gemeint, mich durch Malen in der Welt 'heimisch' machen zu können. Langsam habe natürlich auch ich begriffen, dass das nie so ganz geht. Und als ich dann noch gemerkt habe, dass Malerei genau davon erzählen muss, bekam meine Malerei neue Impulse. Mit der Ausstellung in der Marktkirche will ich dies nun zum Thema machen: Fenster zum Himmel.

Der Weg zu den Bildern der Ausstellung führte über Landschaftsbilder, die ich auf verschiedene Weise zu zerlegen begann, meist in Streifen. Dann folgte ich dem Abstraktionsprozess weiter, die Bilder lernten, sich eigenständig (und nicht durch das, was sie darstellten) im Raum zu behaupten – und ich merkte, wie sie mich als Betrachter in die Spannung einbezogen, die sie formal charakterisierte. Das brachte mich auf die Idee zu versuchen, durch Bilder als 'Fenster zum Himmel' den Betrachter in ein Gespräch mit dem Unendlichen zu verwickeln.
Im zweiten Schritt geht es um das Malen mit Gouache-Farben auf kleinen Keilrahmen. Alle Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre eigenen Vorstellungen vom 'Fenster zum Himmel' und setzen sie mit Palette und Pinsel künstlerisch um. Dabei spielt nicht zuletzt auch das Farberleben durch manchmal ganz zufälliges Mischen der Farbflüssigkeiten eine Rolle.

Aber das Projekt soll möglichst alle Sinne ansprechen. Deshalb gibt es eine dritte Phase, in der alle das eigene Bild beschreiben, zum Beispiel mit einem dazu passenden Gedicht. Im Folgenden zeigt unsere kleine Galerie einige der entstandenen Werke:
Victoria (Klasse 10): Verborgen durch die Nebel der Zeit

Niemand hat jemals einen Blick durch ein solches Fenster geworfen. Deswegen habe ich versucht die Hoffnung und das Vertrauen für unseren weiteren Weg auszudrücken. An die Freiheit und die Leere und die Stille, die uns erwarten.
Tore
Durch Nebel
Durch die Zeit
Niemals gegangene Wege betreten
Weite
Samuel (Klasse 11):

Bunt
Viele Farben
Aufstieg und Untergang
Gegensätze bilden das Ganze
Chaos.
Felix (Klasse 11):

Ich habe mein 'Fenster zum Himmel' so gemalt, wie ich es gemalt habe. Also im Ernst, ich habe nicht großartig darüber nachgedacht. Die Aufgabe bestand ja darin, ein 'Fenster zum Himmel' zu malen, und ich habe mir vorgestellt, dass eine Treppe zu einer Tür führt. Die Treppe soll das Rot darstellen, die Tür das Schwarz, den Himmel das Blau und die Erde das Gelb (keine Ahnung warum.). Das Grün war nur eine Füllfarbe.
Rot
Die Treppe
Beim dunklen Tor
Das Sein ist fremd
Ich.
Roman (Klasse 12):

Gelbes Fenster
Zum Himmel und Erden
Mit grüner Wiese
Und blauem Himmel
Hellblau
Mira-Yani (Klasse 11):

Verwirrung
Das Dunkel
Doch ein Leuchten
Gib niemals auf
Klarheit
Jessica (Klasse 11):

Blau
Der Himmel
Das helle Fenster
Blau Hellblau Weiß
Himmel
Mirco (Klasse 12): Das Schicksal hobelt alle gleich

In Ohnmacht wieder aufwachen mit einem Schwindelgefühl. Ein helles Licht und ein gutes Gefühl umgibt mich. Die Sterne zeigen mir, dass ich wiedergeboren werde.
Himmel
Wieder-Geburt
Erd nah entfernt
Jo Jo Jigidi Ho
Fett!
Zarah (Klasse 10):

Bunt
Der Weg
Die verzaubernden Farben
Wo der Weg hinführt
Egal!

Verwirrt
Wie Schleier
Ineinander verlaufen und
In Farben zurück gehalten.
Zensiert!
Isabel (Klasse 10):

Mein 'Fenster zum Himmel' ist so etwas wie ein Weg in eine schöne Welt. Es ist kein Fenster, wonach nichts kommt, sondern etwas, wo man sieht, dass etwas Neues kommt. Das Fenster ist praktisch eine Tür ins Paradies.
Regenbogenfenster.
Mein Weg.
Ich freue mich.
Es ist Alles unbeschreiblich.
Angekommen!
Annika (Klasse 10):

Ich habe mir mein Himmelsfenster so vorgestellt, dass es wie ein Fenster ist, mit einem Weg durch die Wildnis. Dort, wo die Regenbogenfarben sind, dort ist das Himmelsfenster. Doch alles auf dem Bild soll man nicht sofort erkennen, damit man noch eine eigene Vorstellung haben kann, was was darstellen soll.
Lauritz (Klasse 11): Die Suche

Mein Bild vom Fenster zum Himmel ist ein blauer Hintergrund mit einem gelben und grünen Rahmen. In der linken Ecke befindet sich ein weißes Fenster. Das ist das Fenster zum Himmel.
Fenster.
Zum Himmel.
Muss man suchen.
Auf gelben, grünen, blauen
Wegen.
Maurice (Klasse 11): Nachthimmel

In meinem Bild habe ich den Himmel mit Mond und Sternen gemalt. Der Himmel ist schwarz und nicht blau. Meine Fenster zum Himmel sind die Sterne, die im nächtlichen Himmel leuchten. Der Mond ist der Ersatz für die Sonne. Ich habe nicht idealistisch gemalt, sondern in der Nacht, damit man die Fenster sehen kann.

