Der hier dargestellte Lehrplan hat sich im Laufe der Entstehungsgeschichte der Freien Waldorfschulen auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners entwickelt und gibt die gegenwärtig praktizierte Form wieder. Er enthält die Richtlinien für den Unterricht an den Rudolf-Steiner-Schulen.
Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Fachtagungen und Konferenzen erfolgt ein ständiger, intensiver Erfahrungsaustausch der Freien Waldorfschulen untereinander bundes- und landesweit. Einzelheiten des Lehrplans werden immer wieder in Frage gestellt, diskutiert und ergänzt oder revidiert. Dabei bilden Untersuchungen der Pädagogischen Forschungsstelle des Bundes der Freien Waldorfschulen, Stuttgart, eine wesentliche Grundlage. Von besonderer Bedeutung für die laufende Weiterentwicklung des Curriculums liegt in der jede Woche stattfindenden Pädagogischen Konferenz des gesamten Kollegiums jeder Schule, so auch in der Freien Waldorfschule Werra-Meißner. Sie dient vorrangig einer kontinuierlichen Fortbildung der Lehrerinnen sowie der kritischen Überprüfung aller schulischen Maßnahmen.
Vom 1. bis zum 8. Schuljahr liegt der Unterricht in der Hand des Klassenlehrers bzw. der Klassenlehrerin, mit Ausnahme der Sprachen, der künstlerischen und handwerklichen Fächer sowie des Turnens. Vom 9. Schuljahr an treten anstelle des Klassenlehrers bzw. der Klassenlehrerin fachwissenschaftlich ausgebildete LehrerInnen, die den Unterricht fachspezifisch aufbauen.
Der Unterricht durch den Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin sowie den Fachlehrer bzw. die Fachlehrerin wird in den einzelnen Fächern epochenweise erteilt. Drei bis vier Wochen lang wird ein Fach in den ersten beiden Stunden unterrichtet und dann von einem anderen Fach abgelöst. Der Lernprozeß wird durch dieses Verfahren außerordentlich intensiviert.
Der Lehrplan der Freien Waldorfschule Werra-Meißner ist unter folgenden Aspekten sachgemäß zu sehen:
Es werden durch bestimmte Stoffe Sachkenntnisse und Fertigkeiten vermittelt (z. B. in den Rechenoperationen oder den logischen Strukturen das mathematische Denken).
Mit jeder Stoffvermittlung ist zugleich Erziehungsakt verbunden, d. h. die Methode, wie etwas an Wissen vermittelt wird, bewirkt nicht nur eine Wissensveränderung im Schüler, sondern zugleich eine Veränderung in seiner charakterologischen Ausprägung, Motivation, Kognition, Emotion usw. Der Lehrplan berücksichtigt diese menschenbildende Funktion bereits in seiner altersspezifischen Zuordnung des Stoffes.
Daraus folgt, daß der Lehrplan in seiner Intention verfälscht und mißverstanden wird, wenn er nur als Stoffvermittlung gewertet wird. Der Fächer-Kanon ist nach entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten den Altersstufen zugeordnet. In der thematischen Aufeinanderfolge sind die Stoffgebiete nicht beliebig austauschbar. Sie stehen zueinander in einem sich wechselseitig tragenden Bezug, der den pädagogischen Prozeß konstituiert.
Als Erziehungsziel wird die Bildung zum sich selbst bestimmenden Menschen angestrebt. Mit einer Pädagogik der gesamtmenschlichen Förderung, die anthropologisch begründet ist, wird versucht, dieses Ziel zu erreichen.
Durch die bisherigen Erfahrungen ist abgesichert, daß Kreativität, Ausdauer, das Auffinden abweichender Problemlösungen, geistige, seelische und sprachliche Differenzierungen usw. nicht etwa allein im Mathematik- oder Sprachunterricht zu entwickeln sind, sondern gleicherweise im handwerklichen und künstlerischen Unterricht. Der künstlerisch-praktische Unterricht und der wissenschaftliche haben in diesem Lehrplan einen interdependenten Bezug.
Im Unterricht ist vieles veranlagt, daß sich erst später im außerschulischen Leben in seiner Transferwirkung zeigen wird, z. B. behandelt die Biologie existenzielle Fragen des eigenen Menschseins und des eigenen Selbtsverständnisses, deren kultureller Wert sich nicht kurzfristig innerhalb der Schulzeit, sondern erst während des Erwachsenenlebens erweisen wird. Der Lehrplan enthält in seinen Bezügen viel auf Langzeitwirkung Angelegtes, das gerade auf der Interdependenz von wissenschaftlichem, künstlerischem und praktischem Unterricht beruht. Obgleich der Lehrplan in sich thematisch und sachlich verstrebt ist, bedeutet dies nicht, daß ein starrer Rahmen entstünde, der keine Differenzierung zuließe. Der Unterricht wird epochal erteilt, was eine besondere Ökonomie des Unterrichts ermöglicht. Der nachfolgende Stoffplan versteht sich als Rahmen, der für die individuellen Differenzierungen durch den einzelnen Lehrer bzw. die Lehrerin genügend Spielraum gibt.
Die Heimatkunde wird in den ersten drei Schuljahren nicht als gesondertes Fach erteilt, sondern ist in den gesamten Unterricht integriert.
1. – 2. Schuljahr
Das Kind soll eine bewußtere Beziehung zu seiner Umgebung erlangen. Man spricht über Pflanzen, Tiere und Menschen und führt die Kinder bei kleineren Ausflügen in die nähere Umgebung. Die Eigenerlebnisse und Berichte aus dem täglichen Leben der Kinder werden im Unterricht ausgegriffen und in größeren Zusammenhang gebracht.
Im 3. Schuljahr werden die Kinder in besonderen Epochen mit den Einzelheiten des Hausbaus und der Feldbestellung bekanntgemacht. Sie lernen dabei auch die Urberufe der Menschheit kennen, weiterhin die verschiedenen Handwerke, die Arbeit des Bauern und die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere Ernährung. Man bespricht, wie aus dem Korn das Brot wird.
4. Schuljahr
Die bisherige Betrachtung der Umgebung wird übergeleitet in die Geschichte und Geographie der heimatlichen Umgebung. Man schildert Erdgeschichtliches in elementarster Form (z. B. Eiszeit, Moränenlandschaft, Urstromtal) und daran anschließend in wesentlichen Zügen die Veränderung der Stadt im Zusammenhang mit der jeweiligen Lebensweise der damaligen Bewohner.
Bei der geographischen Betrachtung führt man die Kinder in die Kartenkunde ein und macht Lehrausflüge in die verschiedenen Gebiete.
Die Kinder werden mit dem Gebrauch des Schulatlas bekanntgemacht. Ebenfalls im 4. Schuljahr beginnt man mit der Naturkunde. Von einer elementaren Menschenkunde geht man über zur Darstellung einzelner Tiere und bespricht deren Lebensweise und Organisation im Vergleich zum Menschen.
Schreiben und Lesen
Aus einem umfangreichen Formenzeichnen heraus leitet man über zum Schreiben der lateinischen Druckschrift. Man geht vom Schreiben aus und läßt dann das Selbstgeschriebene, später auch Texte aus dem Lesebuch lesen.
Im 2. Schuljahr wird die lateinische Schreibschrift, im 3. Schuljahr die deutsche Schreib- und Druckschrift (Frakturschrift) oder gotische Schrift geschrieben und gelesen. Zugleich wird das Lesen aus dem Buch weitergeführt.
Immer wieder übt man Kinderreime, Verse und Gedichte ein und läßt sie in der Klasse chorisch, aber auch einzeln sprechen. Die Kinder üben sich von Anfang an im mündlichen, später auch im schriftlichen Nacherzählen. Es wird dabei das freie Sprechen vor der Klasse geübt. Als Erzählstoff dienen zunächst Volksmärchen, dann im 2. Schuljahr Legenden und Fabeln und im 3. Schuljahr die Geschichten aus dem Alten Testament. Im 4. Schuljahr werden die germanische Mythologie und die Deutschen Heldensagen behandelt, die vom Lehrer bzw. von der Lehrerin möglichst in bildhafter Form dargeboten werden.
Sprachlehre
In allen Schuljahren werden regelmäßig und sehr intensiv Artikulationsübungen und Sprechübungen, die ein deutliches und schönes Sprechen fördern sollen, gepflegt.
Im 3. Schuljahr behandelt man die verschiedenen Wortarten und führt die Satzzeichen ein. Die Kinder lernen vom Hören die einfachen Zeichen einzusetzen und erfahren, was eine Satzmelodie ist. Im 4. Schuljahr übt man in lebendiger Weise die Konjugationen im Zusammenhang mit den Tempora. Die Kinder lernen den Zusammenhang kennen, der zwischen einer Präposition und dem zugehörigen Wort besteht. Man läßt die Satzbilder zeichnen und macht mit ihnen Wortschatz- und Ausdrucksübungen. Die Erlebnisschilderung und der Erfahrungsbericht werden übergeleitet in das Abfassen von Briefen.
Rechtschreibung
Nach anfänglichen Abschreibübungen geht man über zum gedächtnismäßigen und schließlich zum eigenen Aufschreiben von Wörtern und Sätzen. Exaktes Sprechen und Zuhören, sowie zahlreiche Sprechübungen unterstützen diesen Unterricht. Man läßt vorbereitete und unvorbereitete Diktate schreiben.
Ab 2. Schuljahr wird geübt: Groß- und Kleinschreibung, Silbentrennung, Wörter mit Schärfung und Dehnung, Satzzeichen wie Punkt, einfache Kommasetzung, Doppelpunkt, Anführungszeichen, gleich- oder ähnlich klingende Selbstlaute (z. B. e-ä) und Mitlaute (z. B. d-t), S-Laute, Vor- und Nachsilben.
1. – 4. Schuljahr
In den ersten beiden Schuljahren singen und musizieren die Kinder im pentatonischen Raum. Alle SchülerInnen erlernen das Spiel auf der Harfe und auf der Sopran-Blockflöte. Einige Instrumente des Orff'schen Schulwerks treten hinzu. Im Wechsel zwischen Selbstbestätigung und Zuhören wird rhythmisches und melodiöses Empfinden geschult.
Vom 3. Schuljahr an wird im diatonischen Raum musiziert. Die Notenschrift wird eingeführt. Gegen Ende des 3. Schuljahres setzt das zweistimmige Singen und Musizieren ein (Altblockflöten). Mit der Zweistimmigkeit steht das Erlebnis der großen und kleinen Terz im Zusammenhang. Übungen zu Takt, Rhythmus, Tonhöhe.
Die Kinder lernen zählend den Zahlenraum kennen. Aus dem Zählen führt man über in die 4 Grundrechnungsarten. Man bleibt zunächst ganz im Rechnen mit reinen Zahlen, übt intensiv das Kopfrechnen und geht später zum Sachrechnen über.
Die Zahlenreihen werden schon früh veranlagt durch Zählen, Klatschen und Schreiten.
1. Schuljahr
Zählen im Zahlenraum bis 100, Einführung der 4 Grundrechnungsarten, Einführung der rechnerischen Gleichung.
2. Schuljahr
Zählen und rechnen im Zahlenraum bis 1000 und mehr, intensives Kopfrechnen, Einführung in die unteren Zahlenreihen.
3. Schuljahr
Weiterführung des Obigen mit komplizierten Zahlen, Einführung in den höheren Zahlenraum, obere Zahlenreihen. Starke Betonung des Sachrechnens. Die schriftlichen Rechnungsarten werden eingeführt. Rechnen im höheren Zahlenraum bis zur Million. Überschlagsrechnen, Sachrechnen: Währung, Maße, Gewichte.
4. Schuljahr
Erarbeiten des Bruchrechnens.
Vom Schulbeginn an wird auf dreierlei Weise beim Kinde der Farben- und Formensinn entwickelt und geschult:
Man läßt mit dicken Wachsbuntstiften lineare Bewegungsformen zeichnen, die immer komplizierte werden und ein starkes Formgefühl im Kind erwecken. Im 2. Schuljahr geht man über zu Symmetrieformen.
Die Kinder malen in freier Weise mit denselben Stiften zu den Erzählstoffen der jeweiligen Klassenstufe.
Mit Wasserfarben und breitem Pinsel wird durch eine "Naß-in-Naß-Technik" der Farbensinn geschult. Während man in den ersten 3 Schuljahren bei reinen Farbübungen verbleibt, wendet man sich vom 4. Schuljahr an stärker der gegenständlichen Darstellung zu.
1. Schuljahr
Jungen und Mädchen lernen das Stricken mit zwei Nadeln. Es werden in der Handarbeit grundsätzlich nur Dinge gearbeitet, die praktisch verwertbar sind. So läßt man z. B. einen Topflappen oder Waschlappen anfertigen. Durch das Stricken wird einerseits Bewußtsein und Geschicklichkeit der Hände herangebildet; andererseits wirkt diese Tätigkeit aufweckend und fördernd auf die geistigen Anlagen des Kindes.
2. Schuljahr
Weiterführung der obigen Arbeiten. Die Kinder lernen das Häkeln von kleinen Gegenständen (z. B. Ballnetz). (Über den Unterricht hinaus werden kleinere Arbeiten nach eigenen Entwürfen ausgeführt).
3. Schuljahr
Häkeln von größeren Gebrauchsgegenständen, wie Mützen, Schals usw. nach eigenen Entwürfen.
4. Schuljahr
Das Sticken nach eigenen Entwürfen wird begonnen. Selbständig angefertigte Gebrauchsgegenstände werden in verschiedene Stickarten geschmückt.
Die Eurythmie bewirkt unter anderem eine starke Vertiefung alles Künstlerischem, im besonderen aber des Sprachlichen und Musikalischen. Manches von dem, was im Epochenunterricht erarbeitet wurde, wird hier von der Bewegung her aufgegriffen und vertieft.
1. Schuljahr
Laufen von freien und geometrischen Formen nach musikalischen Motiven. Gestaltung von Konsonanten und Vokalen. Rhythmisches Taktieren von Gedichten. Schreiten und Klatschen von Versmaßen.
2. Schuljahr
Toneurythmie im pentatonischen Raum. Fortführung der Gestaltung von Lauten.
3. Schuljahr
Darstellung von Wortbildern und Sätzen. Einfache Alliteration. Darstellung von kleinen Gedichten.
4. Schuljahr
Darstellung grammatikalischer Formen. Gruppenübungen. Schwierige Alliteration. Tonarten und Intervalle. Gehörübungen.
3. und 4. Schuljahr
Im Mittelpunkt des gesamten Unterrichts steht die Förderung der gesunden körperlich, seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes. Aus dem freien phantasievollen und willkürlichen Bewegungsdrang werden die Kinder zunächst durch verschiedenartige Spiele mit den Grundformen der Leibeserziehung vertraut gemacht und dann zu einem geordneten Bewegungsablauf geführt. Es wird Wert gelegt auf sichere und geschickte Bewegungen.
Spiele
Sternhausspiel, Tag und Nacht, Wechselt die Bäumchen, "Komm mit, lauf weg", lustige Ball- und Pendelstaffeln, Sackhüpfen, Eierlaufen, einfacher Jägerball.
Gymnastik, Laufschule, Reigen
Fuß- und Armübungen in Rhythmen einfacher Art. Freies Springen und Tummeln. Hüpfen über ein kreisendes Seil. Das Hinlaufen zu den Gegenständen im Raum. Gesten menschlicher Arbeit in unrealistischer, rhythmischer Bewegung nachahmen lassen. Stark rhythmisch gesprochene Reigen.
Leichtathletik
Freies Laufen und Springen, Ballwerfen aller Art. Erstes Weit- und Hochhüpfen, Staffeln einfacher Art.
Geräteturnen
Freies Spiel an den Geräten. Balancieren. Purzelbaum. Klettern an den Stangen und Leitern, an der Sprossenwand. Herunterhüpfen auf Matten, auf und über den Kasten springen.
Der Fremdsprachenunterricht stellt vom ersten Schuljahr an einen integrierenden Bestandteil des gesamten Erziehungs- und Bildungauftrages in der Schule dar. Dieser Unterricht ist deswegen auch von Anfang an zu allen anderen Unterrichtsfächern in Beziehung zu setzen. Thematik sowie Methodik und Didaktik richten sich – wie bei allen anderen Unterrichtsfächern – nach den menschenkundlichen Voraussetzungen, die für die jeweilige Altersgruppe gegeben ist.
Das Kind soll in den ersten drei Schuljahren die Fremdsprache wie seine eigene Muttersprache lernen. In diesem Alter sind die Nachahmungskräfte noch so lebendig, daß im Nachsprechen des Gehörten, im Frage- und Antwortspiel, in Liedern und Gedichten und kleinen Dialogen ein aktiver Wortschatz und ein Gefühl für Klang und Rhythmus der fremden Sprache erworben werden können. Es versteht sich von selbst, daß auch auf dieser Stufe schon der gesamte Unterricht vom Lehrer bzw. von der Lehrerin in der jeweiligen Fremdsprache durchgeführt werden muß, so daß das Kind in das Wesen der Sprache untertauchen kann. Erst am Ende der 3. Klasse oder zu Beginn der 4. Klasse wird mit dem Schreiben bereits gelernter Gedichte, Liedtexte und Sprachwendungen begonnen.
Mit dem 4. Schuljahr beginnen der Grammatikunterricht und das Lesen angemessener Texte.
1. – 3. Schuljahr
Mit Gedichten, Liedern, kleinen Geschichten, Dialogen werden rein aus dem Sprechen heraus – ohne Grammatik und schriftliche Übungen – eine gute Aussprache und ein angemessener Wortschatz angestrebt.
4. Schuljahr
In Anknüpfung an das bereits Gelernte wird mit dem Grammatikunterricht begonnen. Wortformenlehre, die regelmäßigen Verben und oft vorkommende unregelmäßige Verben, Pronomen, Pluralbildung der Subs
tantive, Zahlwörter und einfache Zeiten. Bei den Sprachübungen, Gedichten usw. wird der Stabreim geübt.
Der Unterricht schließt ein die Behandlung der Bodenkonfiguration, der Pflanzen- und Tierwelt, der Lebensbedingungen der Menschen sowie Zusammenhänge klimatischer, wirtschaftlicher, sozialer und geschichtlicher Art. Freie Schilderungen des Lebens, Berichte und dichterische Beschreibungen, Tafelzeichnungen, Bildmaterial, Ausflüge und aktuelle Ereignisse werden einbezogen, um möglichst lebendige Vorstellungen aufzubauen.
5. Klasse
Anknüpfend an die Heimatkunde der 4. Klasse wird die weitere heimatliche Landschaft behandelt und topographisch erarbeitet.
Es schließt sich die Beschäftigung mit anderen charakteristischen Landschaften Deutschlands an. Dabei wird die Gesamttopographie Deutschlands in den wesentlichen Punkten erarbeitet.
6. Klasse
Schwerpunktmäßig werden die Länder Europas einschließlich ihrer Beziehungen untereinander und zu Deutschland behandelt. Es erfolgt die Erarbeitung der Gesamttopographie Europas. Ausgehend von den klimatischen Verhältnissen wird geozentrische Himmelskunde betrieben.
Grundlegende geschichtliche Begriffe werden in möglichst bildhafter und lebensvoller Weise eingeführt. Erste Vorstellungen der einzelnen Kulturepochen und ihrer Besonderheiten werden angelegt. Über den Geschichtsunterricht hinaus werden Erzählstoffe der Mythologie dieser Kulturen entnommen.
5. Klasse
Die vor- und frühhistorischen Kulturen werden anhand geschichtlicher und mythologischer Stoffe in ihren charakteristischen Ausprägungen erarbeitet. Betrachtet wird die Entwicklung bis zum Griechentum.
6. Klasse
Die griechisch-römische Kultur und ihre Wirkungen im europäischen Raum bis zur Zeit der Kreuzzüge werden behandelt.
Pflanzen und Tiere werden in ihrer Abhängigkeit von den Umweltbedingungen und in ihren Beziehungen zum Menschen betrachtet.
Das Bilden von Vorstellungen wird durch Zeichnen und Malen intensiviert.
5. Klasse
Anknüpfend an die erste Tierkunde-Epoche in der 4. Klasse werden unbekanntere Tierformen behandelt und charakterisiert.
Typische Formen der Wirbeltiere werden erarbeitet. Es erfolgt die Betrachtung der Pflanzen, ausgehend von den Pilzen über Algen, Tang, Flechten, Moose, Farne bis zu Nadelhölzern.
6. Klasse
Man setzt die Pflanzenkunde weiter fort mit der Behandlung der streifenblättrigen und netzblättrigen Blütenpflanzen.
Im Gartenbau lernen die Kinder durch eigene praktische Tätigkeit die grundlegenden landwirtschaftlichen Arbeiten kennen. Sie werden vertraut gemacht mit dem Kräuter- und Gemüsebau und erwerben Grundkenntnisse der Bodenpflege.
Aus einer erdkundlichen Gegenüberstellung von Kalk- und Granit-/Gneisgebirge geht man zur Betrachtung von Mineralien über.
Mit der 6. Klasse beginnt man, physikalische Grundphänomene zu betrachten. An ihnen wird durch einfache Experimente die exakte Sachbeobachtung geübt. Alle Beobachtungen werden von den Kindern schriftlich und zeichnerisch festgehalten.
Vom Musikalischen her führt man die Kinder zuerst zur Akustik der Tonentstehung, dann zu Helligkeit und Schatten in der Optik.
Es schließt sich an die Auseinandersetzung mit den der unmittelbaren Erfahrung zugänglichen Elementen der Wärmelehre, des Magnetismus und der Elektrostatik.
Das Kind wird im mündlichen und schriftlichen Bereich vom erlebnishaften zum mehr sachlichen Darstellen geführt. Es lernt beim Sprechen zu berücksichtigen, ob es eigene oder fremde Meinungen ausdrückt. In allen Fachbereichen bringt man die Kinder zur selbständigen Durchführung von sachlichen Nacherzählungen und Texterarbeitungen.
Prosa und Lyrik werden erarbeitet, gesprochen und auch z. T. szenisch dargestellt. Der Erzähl- und Lesestoff wird in der 5. Klasse hauptsächlich der Mythologie und den Heldensagen, in der 6. Klasse vorwiegend der neueren Geschichte und der Völkerkunde entnommen.
Sprachlehre und Sprachkunde
5. Klasse
Aktive und passive Verbformen, Deklinationen, Steigerungsformen und Adverben werden behandelt. Man übt direkte und indirekte Rede, betrachtet Satzbilder.
6. Klasse
Man führt den Konjunktiv ein und läßt ihn in Rede und Schrift üben. Die Satzlehre wird systematisch eingeführt und durch häufige Wiederholungen gefestigt. Das Briefeschreiben entwickelt man weiter bis zum Abfassen einfacher Geschäftsbriefe.
Rechtschreibung
In der 5. und 6. Klasse werden schwierigere Regeln der Rechtschreibung und die Anwendung aller Satzzeichen geübt.
Grammatik: Eigenschaftswörter, Vergleich und Steigerung, Umstandswörter, unbestimmte Fürwörter, indirekte Rede, Aktiv und Passiv der einfachen Zeiten. Beginn der Satzlehre.
Humorvolle Lektüre, Sprichwörter, Landeskunde, typische Sitten und Gebräuche.
6. SchuljahrGrammatik: Fortsetzung der Satzlehre. Wortstellung, Relativsätze, Bedingungssätze, Präpositionen und Konjunktionen.
Zusammenhängende Lektüre.
Im 5. und 6. Schuljahr lernen die Kinder allmählich, sich auf die musikalischen Eigenarten eines Liedes einzustellen und es zu gestalten. Zwei- und mehrstimmige Lieder und Kanons werden geübt, auch unter Benutzung von Liederbüchern.
Die Dur- und Moll-Tonarten werden behandelt.
5. Klasse
Bruchlehre und neu die Dezimalbruchlehre werden fortgesetzt. Die Arbeit an einfachen Schlußrechnungen wird bis zu Dreisatzaufgaben weitergeführt. In der Geometrie werden die Grundformen in vielfältiger Weise freihändig erarbeitet und in Beziehung gesetzt.
6. Klasse
Man geht über zu schwierigen Dreisatzaufgaben und wendet sich dann der Prozent- und Zinsrechnung zu. In der Geometrie werden alle Grundfiguren mit Zirkel, Lineal und Winkelmesse konstruiert. Einführung einfacher geometrischer Begriffe.
Der Unterricht beginnt im 6. Schuljahr und wird grundsätzlich für Jungen und Mädchen gemeinsam erteilt. Zunächst werden die Kinder herangeführt an die Beurteilung und Gestaltung von Gebrauchsgegenständen verschiedener Art.
Anschießend erfolgt die selbständige Herstellung hölzerner Gebrauchsgegenstände an denen das Beobachten geschult wird.
In Klasse 5 beginnt man eine einfache Schatten- und Projektionslehre, die freihändig und rein phänomenologisch durchgeführt wird.
Die perspektivische Darstellung wird vorbereitet durch Einführung und Übung der Farbperspektive.
5. Klasse
Man beginnt mit dem Stricken auf vier Nadeln. Jungen und Mädchen fertigen Handschuhe, Hüttenschuhe und Pullover an, die zum persönlichen Gebrauch bestimmt sind.
6. Klasse
Die Kinder Stellen nach eigenen Entwürfen und selbstgezeichneten Schnitten Puppen und Tiere her. Dabei wird das exakte Handnähen geübt.
5. Klasse
Größere und kleinere Raumformen. Schritt- und Stabübungen. Dur-Tonarten. Zweistimmige Lieder, Kanonform.
6. Klasse
Fortführung grammatikalischer Formen. Musikalische Auftakte. Dreiecks- und Vierecksverwandlungen.
5. und 6. Klasse
Anknüpfend an den Unterricht der unteren Klassen wird jetzt Wert gelegt auf Exaktheit des Bewegungsablaufes und auf Entschlossenheit im Bewältigen vielfältiger Aufgaben.
Um das soziale Bewußtsein zu fördern, werden in umfangreichen Maße Wettspiele und Gruppenwettkämpfe durchgeführt, bei denen es u. a. auf Fairneß und Hilfsbereitschaft ankommt. Einzelübungen verwendet man, um Haltungsschwächen und Bewegungsstörungen gezielt zu korrigieren.
Gymnastik
Als Partner- und Gruppenübungen werden Gehen, Laufen, Hüpfen und Springen in rhythmischer Übungsfolge gewählt, um die Kinder zu lockeren und harmonischen Bewegungen zu führen. Die Handgeräte Ball und Sprungseil werden benutzt.
Geräteturnen
Im freien Spiel an den Geräten wird das Üben betont, notwendige Ordnungsformen werden gegeben. Geräte als Hindernis, Kombinationen von Geräten, Geschicklichkeitsübungen, Überschläge, Felgaufschwünge, Umschwünge, Handstände, Kniewellen, Flanken, Grätschen, Rollen, Stützübungen in leichter flüchtiger Form.
LeichtathletikSpringen: Weitsprung, Hochweitsprung, Hochsprung.
Ballwerfen aller Art. Staffel- und Streckenlauf, Startübungen.
Spiele:
Zielwurfübungen im Kreis und Mannschaftsspiele, z. B. "Foppen und Fangen", Jägerball, "Ball über die Schnur" (mit 2 und 3 Bällen), Völkerball.
Schwimmen
Wassergewöhnungsübungen, Schwimmprüfungen, Schnellschwimmen, Kopf- und Startsprünge, Stilschwimmen, Rückengleichschlag, Rückenkraul, Brustkraul, Schmetterlingstil.
Mündlicher und schriftlicher Ausdruck
In zunehmendem Maße wird eine bewußte, selbständige Handhabung der Ausdrucks-, Stil- und Gesprächsform angestrebt.
Im geordneten Klassengespräch üben die SchülerInnen sich im gegenseitigen Zuhören, in der geformten Erwiderung und in der Toleranz gegenüber der Meinung des Anderen. Bei den zu übenden Darstellungsformen stehen Sachbericht (Versuchsprotokolle, Zusammenfassungen erdkundlicher und geschichtlicher Inhalte und Charakteristik/Vergleiche, Gegensätze, Charakterisierung geschichtlicher Persönlichkeiten usw.) im Vordergrund.
Das Erfassen des Charakteristischen kann in humorvoller Weise an kleinen Stehgreifspielen (Personen- und Beruferaten, Scharaden...) geschult werden.
Am Ende der 8. Klasse kommt ein Schauspiel zur Aufführung, das mit allen der Klasse zur Verfügung stehenden Mitteln (Musik, Eurythmie, Kostümen, Kulissen und Requisiten) erarbeitet wird.
Lese- und Erzählstoff
Stoffe aus dem völkerkundlichen Bereich (im Zusammenhang mit Erdkunde und Geschichte) werden vorwiegend in der 7. Klasse behandelt.
An Biographien von Künstlern, Naturwissenschaftlern und geschichtlichen Persönlichkeiten erleben die SchülerInnen der 8. Klasse Ur- und Vorbildhaftes zu einem Zeitpunkt ihrer Entwicklung, zu dem sie über ihr eigenes Leben zu reflektieren beginnen.
Die SchülerInnen werden an größere Gedichtformen herangeführt (insbesondere Balladen). Auch für das Lyrische erwacht ein neues Verständnis.
Im 8. Schuljahr werden die ersten Dramen gelesen und erarbeitet (Schiller, Shakespeare, Goethe). Durch das vorbereitete Lesen mit verteilten Rollen pflegt man ein gutes, klares Lesen.
Sprachkunde und Sprachlehre
Pflege der korrekten Sprachform durch Gespräch und Schüler-Referate. Die Sprechweise (Stimme, Artikulation) wird weiterhin intensiv durch gezielte Übungen in Chor- und Einzelsprechen gefördert. An literarischen Texten wird Stilbetrachtung betrieben.
Im Grammatik-Unterricht wird die Syntax weitergeführt, vor allem Nebensatzformen (Funktion der verschiedenen Konjunktionen).
Aufbau und Gliederung kompliziert Satzgefüge.
Rechtschreibung
Die Sicherheit in der Rechtschreibung wird gefördert anhand von diktierten oder vom Schüler ausgearbeiteten Texten im Zusammenhang mit den verschiedenen Unterrichtsepochen. Außerdem gezielte Übungen an typischen Rechtschreibfällen und regelmäßige Übungsdiktate.
In Übereinstimmung mit dem übrigen Lehrplan sollen die SchülerInnen verstehen, sprechend und schreibend sich bis zur 8. Klasse einen ausreichenden Wortschatz zu erarbeiten, der sich auf Dinge des alltäglichen Lebens, auf landes- und volkskundliche sowie literarische Inhalte bezieht. Durch systematische Behandlung der Grammatik sollen die der jeweiligen Sprache eigentümlichen Gesetze erkannt werden.
7. KlasseGrammatik: Unregelmäßige Verben, Interpunktions- und Rechtschreibregeln. Behandlung der sprachlichen Eigentümlichkeiten.
Im Mittelpunkt steht eine angemessene Lektüre, novellistische Prosastücke. Längere Ausschnitte aus Dramen. Kleinere Nacherzählungen.
8. Klasse
Grammatik: Fortsetzung und Ergänzung der Wort- und Satzlehre. Eine dem Alter angemessene Lektüre.
Gesamtziel des Fremsprachenunterrichts von der 1. – 8. Klasse:
Die Erwerbung eines angemessenen Wortschatzes.
Die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich in der fremden Sprache idiomatisch auszudrücken.
Beherrschung der wichtigsten grammatischen Regeln.
Kenntnis der besonderen landes- und volkskundlichen Gegebenheiten.
Schon in diesem Alter sollte die Grundlage für das Verständnis der Andersartigkeit eines fremden Volkes gelegt worden sein.
Sie wird nicht als gesondertes Fach unterrichtet. Zwischenmenschliche Verhaltensweisen, wie Rücksicht, Verantwortungsbewußtsein usw., werden zu den verschiedensten Gelegenheiten innerhalb der Klassen- und Schulgemeinschaft, auf den jährlichen Klassenfahrten und bei häufigen, zu einem wesentlichen Teil von den Schülern und Schülerinnen getragenen Veranstaltungen der Schulgemeinde geübt. Arbeitslehre und Sozialkunde sowie Gegenwartsprobleme der Politik werden in diesen Schuljahren zu sich ergebenden Gelegenheiten, nicht aber systematisch besprochen. Diese Themen werden in ihren Schwerpunkten vor allem in den höheren Klassen vermittelt.
Die Geschichte wird schwerpunktmäßig fortgesetzt mit einer gesonderten Epoche über Entdeckungen und Erfindungen des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit.
Es folgen die Themen: Reformation, 30jähriger Krieg, Absolutismus, Französische Revolution, Reichsgründung, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, 2. Weltkrieg und Nachkriegszeit.
Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Erzählung des Lehrers, der sich um möglichst farbige und lebendige, an den geschichtlichen Persönlichkeiten bzw. an den konkreten menschlichen Situationen orientierte Darstellung bemüht. Das Klassengespräch und nicht zuletzt die Gestaltung ausführlicher Arbeitsmappen vertiefen das Verständnis und die Kenntnis des Stoffes.
Ausgehend von der Gesamtgestaltung der Erde werden Klimazonen und Wachstumsgürtel in Beziehung zur Jahresbewegung der Sonne behandelt. Die fremden Kontinente werden unter topographischen, landschaftstypischem, klimatischem, völkerkundlichem und wirtschaftlichem Aspekt betrachtet. Das Schwergewicht liegt dabei je nach der Beschaffenheit des Kontinents verschieden. Afrika, Asien, Nord- und Südamerika werden im Überblick bzw. an exemplarischen Themen bearbeitet.
Es wird das Prinzip der algebraischen Gleichung entwickelt. Gleichungen mit einer Unbekannten werden gerechnet. Lösen von Sachaufgaben auf algebraischem Wege, Kopfrechnen mit einfachsten Gleichungsformen.
Potenzrechnung mit natürlichen Exponenten, schriftliches Radizierverfahren, negative Zahlen, Klammerrechnung und Entwicklung der binomischen Formeln (auf geometrischem und algebraischem Weg).
In der Raumlehre sollen die Schüler zu voller zeichnerischer Exaktheit kommen und sollen Einblick in Sinn und Methode einer mathematischen Beweisführung gewinnen.
Das Dreieck mit seinen Hilfslinien, Konstruktionsaufgaben, Kongruenzsätze. Flächenberechnung von Dreieck und regelmäßigen Vierecken. Verschiedene Beweise für den Satz des Pythagoras, Näherungsbestimmung der Kreiszahl. Berechnung von Kreisfläche und Kreisumfang.
Raumberechnung des Würfels, der quadratischen Säule, des Quaders, des Zylinders und der Pyramide.
An den fünf platonischen Körpern läßt sich, nachdem sie von den SchülerInnen als Modelle gebaut worden sind, besonders anregend das räumliche Vorstellungsvermögen schulen.
Von verschiedenen Seiten her wird der Blick auf den Menschen gelenkt, nachdem er in den vorangegangenen Schuljahren vorwiegend auf das Tier- und Pflanzenreich gerichtet worden war – allerdings auch da immer in einem bestimmten Bezug zur menschlichen Organisation. In der 7. Klasse erfahren die SchülerInnen in einer Epoche über Ernährungs- und Gesundheitslehre von Lebensvorgängen beim Menschen und den sich ergebenden hygienischen Folgerungen.
Im 8. Schuljahr betrachtet man Bau und Funktionen des menschlichen Skeletts, der Muskeln und Sehnen sowie der Hauptsinnesorgane.
Die im 6. Schuljahr gewonnenen Einblicke in die einfachen Erscheinungen der Akustik, Optik, Wärmelehre, des Magnetismus und der Elektrizität werden schrittweise erweitert; dadurch erscheint schon Bekanntes in neuem Zusammenhang. Das Gebiet der Mechanik tritt hinzu.
7. Klasse
Akustik: Vermessung von Schallschwingungen, Schwingungsverhältnisse bei Intervallen (Monochord). Optik: Frequenzskala, Spiegelbild und Lochbild.
Wärmelehre: Wärmeleitung, Wärmeausdehnung und Thermometerarten.
Grunderscheinungen des Elektromagnetismus und der Elektrostatik; der galvanische Strom und seine Eigenschaften; elektrische Heizung und Beleuchtung; Grundbegriffe wie: Spannung, Stromstärke, Widerstand und Kurzschluß.
Mechanik: Hebel, Wellrad, Seilzüge und deren Anwendung.
8. Klasse
Akustik: Wellen, Wellenausbreitung, Resonanz, stehende Wellen.
Optik: Trog, Prisma; Brechung und Bilderzeugung, Lupe, Fernrohr.
Wärmelehre: Strahlung, Konvektion, Sonnenenergie.
Elektromagnetismus: Oersted – Versuch, Elektromagnet, Morsetelegraph, Drehspulinstrument, Motor.
Hydromechanik und Aeromechanik.
Die SchülerInnen werden durch einfache Experimente mit einigen grundlegenden Vorgängen der anorganischen und organischen Chemie vertraut gemacht. Modelle und Formeln werden möglichst vermieden. Technisch – gewerbliche Prozesse werden relativ konkret behandelt.
7. Klasse
Verbrennungsvorgänge, Verbrennung organischer Substanzen; Kohlenstoff, Kohlendioxyd, Verbrennung von Schwefel, Feuerungstechnik. Säure – Lauge – Salz -, Kalk – Kreislauf, Kalk- und Zementtechnik; Edel- und Buntmetalle.
8. Klasse
Metallgewinnung (Eisen), Metallsalze, Entwicklung des Welthandels auf diesem Gebiet. Zucker – Stärke – Zellulose; Öle und Fette; Grundeigenschaften des Eiweiß; Nahrungstechnologie.
Im 7. Schuljahr tritt der freiere künstlerische Umgang mit der Farbe zurück zugunsten eines den Schülern und Schülerinnen dieses Alters gemäßen sachgebundenen auf gutes Beobachten gegründeten Zeichnens in Hell-Dunkel-Technik (Kohlestift, schwarze Wachskreide). Einfache Gegenstände, wie z. B. Würfel, Kugel, Krug, sowie Körper mit sich durchdringenden Flächen, werden ohne Konstruktion, so wie das Auge die Verhältnisse des Schattenwurfs und der Perspektive erfaßt, großflächig dargestellt.
In der 8. Klasse setzt das Malen mit Wasserfarben wieder ein. Die Aufgabenstellungen erfordern jetzt einen kritischeren Blick und eine höhere Geschicklichkeit. Man übt das Gestalten aus dem Farbenkreis heraus.
Der Unterricht wird für Mädchen und Jungen gemeinsam durchgeführt. In der 7. und 8. Klasse wird die Herstellung von Gebrauchsgegenständen fortgeführt, wobei die Anforderungen an Gestaltung und Ausführung stetig erhöht werden. Mechanische Grundgesetze werden bei der Anfertigung von mechanischem Spielzeug und zusammengesetzten Gebrauchsgegenständen erkundet. Die Gestaltung aller Werkstücke erfolgt nach ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten.
Malerei- und Werkstoffkunde.
Das Nähen wird zunächst mit der Hand, dann auf der Nähmaschine geübt. Jungen und Mädchen fertigen Kleidungsstücke an (Schürze, Rock, Oberhemd, Kleid, usw.).
Schwierigere mehrstimmige Liedsätze, auch aus dem polyphonen Bereich, werden gesungen. Neben das Volkslied tritt das Kunstlied. An Beispielen sollen das musikalische Urteil und das Verständnis einfacher musikalischer Formen geweckt.
Für die fähigeren SchülerInnen treten Chorsingen und Orchesterspiel hinzu.
Die Auswahl der gestalteten Gedichte steht in engem Zusammenhang mit dem Deutschunterricht. Balladen werden gestaltet. In der Toneurythmie werden die Molltonarten erarbeitet. Intervallformen. Ausarbeitung kleiner Musikstücke.
Konzentrations- und Beherrschungsübungen werden intensiv betrieben.
7. und 8. Klasse
Auf die in der 5. und 6. Klasse angelegte Genauigkeit des Bewegungsablaufs wird weiter geachtet bei Steigerung des Schwierigkeitsgrades der gestellten Aufgaben.
Bis zur 7. Klasse werden die Wettspiele und Gruppenwettkämpfe weiter gepflegt.
Von der 8. Klasse an tritt die Einzelleistung deutlich in den Vordergrund. Das Erlebnis der eigenen Leistungsfähigkeit wird zum zentralen Anliegen des Unterrichts, um den Schülern und Schülerinnen bei der Entwicklung einer realistischen Selbsteinschätzung und einer dem Alter entsprechenden Selbstsicherheit zu helfen. Der auf dieser Altersstufe beginnenden seelischen und körperlichen Unausgeglichenheit und dem damit zusammenhängenden Mißverhältnis von Wachstum und Leistungsvermögen. Wird begegnet, indem man die Anforderungen individuell differenziert.
Gymnastik
In der Gymnastik werden Übungen geometrischen Charakters, Schwungübungen mit und ohne Handgerät, Drehschwünge und -sprünge in rhythmischer Abwandlung geübt.
Jungen: Kraft- und Stützübungen, Medizinballgymnastik.
Geräteturnen
Übungen im flüchtigen Stütz an Barren und Reck (Mädchen: Stufenbarren), Beugehang, Klimmzüge beim Schwingen an den Ringen, Grätschen, Überschläge, Wellen Auf- und Abgänge an den wichtigsten Geräten, Rollen auf dem Barren, Schwünge.
Bodenturnen: Rad, Radwende, Kippe.
Leichtathletik
Schleuderballwurf und Kugelstoßen, Handballwürfe, (Weit- und Zielwürfe), Weit-, Drei- und Hochsprung. Rollstil und Wälzer in verschiedenen Anlaufrhythmen beim Hochsprung. Kurz- und Langstreckenlauf mit Stabwechsel. Hindernislauf.
Spiele
Geschicklichkeit, Selbständigkeit werden in Spielen, unter genauer Regelbeachtung, vervollkommnet. Korbball, Schlagball, Brennball, Treibball, Handball.