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Jetzt wird gepaddelt

Am Sonntag, 25. Juni, traf sich die 7. Klasse samt Familien in Hannoversch Münden zum Auftakt einer fünftägigen Paddelklassenfahrt auf der Weser bis Hameln. Zunächst wurden die Zelte aufgebaut, dann wurde ein großes Grillfest gefeiert, bevor Eltern und Geschwister wieder nach Hause fuhren. Mit dem mächtigen Gewittersturm in der Sonntagnacht hatte die Klassenfahrt anschließend einen überaus abenteuerlichen Anfang. Wenn Sie die Reise per Google Earth nachvollziehen wollen, hier die Startkoordinaten: 51°24'37.31"N, 9°38'55.83"E.

Montag, 26. Juni: Die heutige Etappe führte über 28 Flusskilometer bis zum Zeltplatz in Gieselwerder (Google-Earth-Koordinaten: 51°35'58.91"N, 9°33'30.66"E).

Nach dem Sturm der Nacht zuvor blieb es den ganzen Tag über sonnig und heiß. Und während alle das Unwetter schadlos überstanden hatten, kostete die Hitze ein Opfer in Form eines Volleyballs, der in der prallen Sonne vergessen worden war und platzte. Das Abendessen war frugal, aber schmackhaft, inklusive einiger Reste vom großen Grillfest des Vortags. Dennoch beeilten sich (fast) alle Schülerinnen und Schüler, dem gemeinsamen Mahl so schnell wie möglich den Rücken zu kehren, um sich noch ein bisschen umzusehen. Schließlich, so verlautet es aus gut unterrichteten Kreisen, wurde lautes Fluchen in Hörweite von der Klassenlehrerin mit Küchendienst sanktioniert – nicht bestätigt wurde dagegen die Vermutung, unser Foto aus dem Küchenwagen könne (rechts) einen der besonders hartnäckigen Sünder in der Rehabilitation zeigen.

Dienstag, 27. Juni: Auf der heutigen Etappe über lediglich 17 Kilometer wird ein Abstecher zur Klosterkirche Lippoldsberg (Google-Earth-Koordinaten: 51°37'31.10"N, 9°33'26.78"E) unternommen. Die Zelte werden am Abend in Bad Karlshafen (Google-Earth-Koordinaten: 51°38'37.27"N, 9°26'52.51"E) aufgeschlagen.
Zweimal an diesem Tag wird die Gesellschaft kräftig durchnässt, einmal in den Booten, einmal beim Aufbauen der Zelte, aber beide Male von oben! Aber die Besichtigung der Klosterkirche Lippoldsberg hat allen eine Menge Spaß gemacht – kein Wunder, empfing der Pfarrer die Klasse doch bereits am Ufer, um ihrn anschließend eine äußerst lebhafte und schöne Führung angedeihen zu lassen.
Mittwoch, 28. Juni: Vorbei an Beverungen, Höxter und Holzminden führt heute die längste Etappe der Weserfahrt über rund 45 Kilometer bis nach Heinsen (Google-Earth-Koordinaten: 51°50'36.80"N, 9°25'16.34"E), wo die Klasse wahrscheinlich das nahe Riesenschwimmbad besuchen wird, um sich ein bisschen von den Strapazen des Tages zu erholen.


Unsere Bilder zeigen den Aufbruch in Bad Karlshafen. Die Stimmung ist gut, das Abbauen der Zelte, Schmieren der Brote, Abfüllen von Tee und Wasser und das Verteilen der Bananen läuft bereits routiniert, schnell sind all die vielen Habseligkeiten wasserdicht gepackt, die Schwimmwesten angezogen, die Paddel geschnappt und schon geht's in die Boote, wo die Kapitäne (hinten) erst mal die Sitzplätze zuordnen, der wichtigste vorn für einen Schlagmann, der aber auch gern eine Schlagfrau sein darf.

Donnerstag, 29. Juni: Die heutige Etappe bleibt mit rund 20 Kilometern relativ kurz und führt nach Bodenwerder (Google-Earth-Koordinaten: 51°58'19.92"N, 9°31'4.43"E), wo einst der Lügenbaron Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen zu Hause war. Da lässt es sich die 7. Klasse natürlich nicht nehmen, das Münchhausen-Museum und das Geburtshaus des Freiherrn zu besuchen. Wenn anschließend das Interesse noch nicht erlahmt ist, schauen sich alle auch noch die Münchhausen-Grotte an, die am Rand jenes Waldes liegt, indem es nach des Barons Berichten im 18. Jahrhundert wohl auch den Hirsch mit dem Kirschbaum im Geweih und den achtbeinigen Hasen gegeben hat ...
Wollen Sie Münchhausen als Musical erleben? Auf der Freilichtbühne des Gutshofs wird noch bis zum September jeweils am 2., 3. und 4. Sonntag des Monats um 15:00 Uhr das Singspiel von einem 12-köpfigen Ensemble unter der Leitung der Choreografin Anke Rettkowski aufgeführt. Das Zuschauen ist kostenlos!
Freitag, 30. Juni: Die letzte Etappe ist kurz und führt in die Rattenfängerstadt Hameln (Google-Earth-Koordinaten: 52°6'14.47"N, 9°21'25.95"E). Lassen wir unseren "Reporter vor Ort" selbst berichten:
Mit ruhigem, sicheren Schlag paddeln die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse ihre Boote an den Steg des Kanuclubs Hameln. Die Sonne knallt vom Himmel, aber der Platz des Kanuclubs bietet wunderbaren Schatten unter alten Bäumen. Die letzte Etappe der 5-tägigen Flussfahrt war schon keine Anstrengung mehr. Alle Bewegungen sitzen und laufen geschmeidig ab. Auch der Rückstau der Weser vor dem Wehr in Hameln, der die letzten Kilometer noch einmal anstrengend werden lässt, wurde von den Paddlern allenfalls mit einem selbstsicheren Lächeln bedacht. Braungebrannt steigen sie aus ihren Booten, entladen das Gepäck und tragen es zu den Fahrzeugen der wartenden Eltern. Alles mit einer Lässigkeit, als hätten sie nie etwas anderes in ihrem Leben getan. Einer Lässigkeit, die man sonst allenfalls bei brasilianischen Fußballspielern sehen kann. Als ich ein Grüppchen der Schüler auf die Schleuse von Hameln hinweise und wie sich die Weser unterhalb von Porta Westfalica verändert, da schauen sie flussabwärts und sagen spontan, dass sie am liebsten gleich bis Bremen durchpaddeln würden. Ich bereue es zutiefst, diese Reise nur als Reporter begleitet zu haben und wünsche den Kanuten immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.


Einerseits wird das Ende der Paddelfahrt bedauert, andererseits spielt um 17:00 Uhr die deutsche Mannschaft im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft, und das wollen einige sich auch nicht entgehen lassen. Aber erst müssen auch die Boote noch für die Rückreise verladen werden ...

