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Kartoffelfest der 4. Klasse, November 2004

Von der Aussaat bis zum Erntefest
Bericht und Fotos: L. Essmann, S. Asef, M. Trott-Bick

Landbauepoche der 3. Klasse. 27. April 2004. Foto: L. EssmannLandbauepoche der 3. Klasse. 27. April 2004. Foto: M. Trott-Bick

Traditionell steht an der Waldorfschule in der dritten Klasse unter anderem Landbau auf dem Unterrichtsplan. Zwei Jahre, bevor Schülerinnen und Schüler Gartenbau als regelmäßiges Schulfach bekommen, erobern die Acht- bis Neunjährigen hier schon einmal einen Teil des Schulgartens, in dem sie zum Beispiel ihre eigenen Kartoffeln pflanzen. Und nach dem Pflanzen kommt die Pflege und schließlich die Ernte. Mittlerweile ist aus der 3. dann schon ein 4. Klasse geworden, und die erprobt sich dann ebenfalls im Unterricht auch an der Verarbeitung der selbst gepflanzten, gehegten und geernteten Feldfrüchte. Die vierte Klasse in diesem Jahr hat sich dazu noch etwas ganz Besonderes ausgedacht: Es wurden nämlich die Familien zum Gala-Diner eingeladen ...

Landbauepoche: Die mittlerweile 4. Klasse lädt ihre Familien zum Kartoffelessen ein (6. 11. 2004). Foto: L. EssmannInsgesamt 37 Gäste hatten sich am 6. November in der Waldorfschule versammelt, um am Kartoffelessen der vierten Klasse teilzunehmen. Schon am Tag zuvor waren die Kartoffeln von den Kindern gewaschen und geputzt worden, jetzt wurden sie gekocht und aufgeteilt: Nur für den Brei wurden einige gepellt, alle übrigen – auch für die Salate – behielten ihre Schale. Die gastgebenden Viertklässler waren mit Brettchen, Messern und Schüsseln angereist, und jetzt wurden Zwiebeln gehäutet und gehackt, Kartoffeln, Gurken, Äpfel zerkleinert, Eier gekocht, Würstchen gewärmt und aus Kräutern, Essig, Zitrone, Öl, Quark und vielen anderen Zutaten, Saucen, Dips und Kräuterquarkmischungen hergestellt.

Landbauepoche der 3. Klasse. 4. Mai 2004. Foto: L. EssmannWie gesagt: Alles drehte sich um die Kartoffel, und deshalb war auch der "exotische" Teil des Viel-Gänge-Menüs entsprechend geplant worden. Neben "Himmel und Hölle", einem norddeutschen Gericht mit Kartoffelbrei und Apfelmus (die Westfalen nennen es Himmel und Erde), sollten die kleinsten geernteten Kartoffeln nach einem exotischen Rezept in Honig geröstet werden. Leider wollte ausgerechnet bei diesem letzten Rezept der Plattenherd nicht mehr mitspielen und schied defekt aus der Veranstaltung aus.

Landbauepoche. Während die mittlerweile 4. Klasse die selbst gezogenen Kartoffeln verarbeitet, basteln die erwachsenen Gäste für den Martinsmarkt (6. 11. 2004). Foto: L. EssmannLandbauepoche. Während die mittlerweile 4. Klasse die selbst gezogenen Kartoffeln verarbeitet, basteln die erwachsenen Gäste für den Martinsmarkt (6. 11. 2004). Foto: L. Essmann

Knapp zwei Stunden war das Klassenzimmer in eine Küche verwandelt worden, zu der die erwachsenen Gäste keinen Zutritt hatten. Die bastelten nebenan für den Martinsmarkt und harrten gespannt der kulinarischen Genüsse, die da kommen sollten. Gegen 12 Uhr war die Küchenarbeit so gut wie abgeschlossen, und noch vor dem Essen wurde den Eltern in einer Art Mini-Monatsfeier vorgeführt, mit welchen spannenden Themen sich der Unterricht der 4. Klasse augenblicklich außerdem beschäftigt. Landbauepoche der 3. Klasse. 17. Mai 2004. Foto: L. EssmannDann galt es, die letzte Hürde zu nehmen, denn auch das Tischdecken, das festliche Schmücken des Speisesaals und das Servieren lagen in der Verantwortung der Kinder.

Schließlich durften auch die Eltern durch einen "Tunnel" (die Kinder hatten sich dazu in zwei sich gegenüber stehenden Reihen aufgestellt und an den Händen gefasst) in den mit goldenen und blauen Tischdecken und mit Kerzen und Blumen aus dem Schulgarten verzierten Raum treten, und dann machten sich alle über die wohlschmeckenden Gerichte her. Flugs war deshalb beschlossen, Ähnliches nicht nur demnächst auch in den einzelnen Familien zu wiederholen, sondern alle wollten im Dezember wieder zu einer gemeinsamen Adventsfeier zusammenkommen.

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